Meine Eindrücke vom Liedermachingfestival „adriAkustik Kevelaer 2.0“ (10.7.-13.7. 2014)

Ich habe mich (wetterbedingt) sehr kurzfristig entschlossen, zum adriAkustik Kevelaer 2.0 zu pilgern. Um es vorweg zu nehmen: es hat sich absolut gelohnt! Das Festival fand nicht – wie der Name suggeriert – in Kevelaer statt, sondern in Deutzen bei Leipzig. In dem kleinen beschaulichen Örtchen findet man einen Kulturpark mit einer sehr schönen Bühne:

BühneEin Badesee findet sich übrigens auch gleich neben dem Festivalgelände. Ungefähr 5 km weg ist die nächst größere Stadt Borna, mit Mc Donalds (WLAN 🙂 ) sowie eine kleine Fußgängerzone. Noch ein Wort zu Kevelaer: hier fand bis 2012 ein legendäres Liedermacherfestival statt, das aber aufgrund der Örtlichkeit relativ klein gehalten werden musste bzw. nur in der Szene bekannt war. Man hatte nun beschlossen, für 2014 das Kevelaer mit dem Deutzener Ariakustik Festival zu fusionieren und es somit „größer“ und vor allem öffentlich zu machen. Eine gute Endscheidung: die Location ist super! Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, ein Dank hiermit an die vielen netten Helfer/innen!

Das Konzept: 3 Tage Open Stage, offen für Künstler die deutschsprachige eigene Lieder performen. Hierbei kamen neben etablierten Liedermacher-Acts auch unbekanntere Künstler/innen zum Zuge (wie schlussendlich auch ich :-). Schirmherr und Mitorganisator war der Liedermaching-Godfather Götz Widmann, der auch -nicht nur zu meiner Freude- Teile seines Liedguts zum besten gab. Durch das Programm führte der sogenannte „Liedermacher-Niedermacher“ Walter Stehling mit seinem kölschen Dialekt, der das Geschehen von einer Couch hinten auf der Bühne kommentierte – nicht immer nett, aber lustig 🙂

Das Line-up hat sich schon im Vorfeld gelesen wie das Who-is-Who der aktuellen Liedermacherszene: Götz Widmann (wie bereits erwähnt), drei der Monsters of Liedermaching (Rüdiger Bierhorst, der flotte Totte, Fred Timm), Simon und Jan, Liedfett, Schnaps im Silbersee, Billy Rückwärts, Mani Terzok, Martin Goldenbaum…um nur einige zu nennen.

Fred Timm & Der flotte Totte
Fred Timm & Der flotte Totte

Jeder der sich in dieser Musik etwas auskennt, wird zustimmen, daß hier allererste Sahne geboten wurde. Ich persönlich habe ich einige der Künstler noch nicht gekannt und für super befunden, Beispiel 1: Robert Kauffmann mit verschrobenem Humor, der  in Richtung Helge Schneider/ Rainald Grebe geht – sehr lustig, ich hatte Tränen in den Augen :-). Beispiel 2: die dreier-Combo „Ernstgemeint“ mit tollem Liedermaching – Ihr Song „Martin“ (bzw. Rolf Zukowski) war definitiv mein Lieblingssong des Festivals. Beispiel 3, Beispiel 4 … würde den Rahmen dieses Posts leider sprengen…

Ernstgemeint sind auch Initiatoren der sogenannten „Liedermacher-Liga“, eine Veranstaltung, die monatlich in Potsdam stattfindet. Hier wird ein Thema vorgegeben, zu dem bis zu zehn Liedermacher innerhalb eines Monats einen Song schreiben müssen. Eine Jury entscheidet – der Gewinner erhält den Preis „die Goldene Pulle“ :-). Dieser Wettbewerb wurde nun auch auf dem adriAkustik Kevelaer 2.0 ausgetragen – das Thema war „Schildkröte“. Und die Beiträge waren hochkarätig! Neben den von der Jury gewählten Gewinnern Ernstgemeint (die mit einem super Text brillierten) wurde auch noch der Beitrag von Akki Schulz (Kontrabass + Gesang!) lobend erwähnt, der schlicht auf den Punkt getroffen war 🙂 . Ich persönlich fand noch den Schildkröten-Song von Oliver Scheidies für sehr gelungen, der meine poetische Ader traf (ja, die hab ich auch :-).

Am Sonntag war keine Offene Bühne, es gab ein festes Programm mit je ca. 20 minütigen Auftritten von Ivan, Mani Terzok, Ernstgemeint, Marian Meyer, Falk, Robert Kauffmann, Billy Rückwärts sowie Rüdiger Bierhorst. Zum Abschluss spielte Götz Widmann noch ein längeres Set mit einigen neuen Songs – einer der Höhepunkte des Festivals. Danach wurde auf der Bühne alles für Public Viewing hergerichtet, denn es war ja der 13.7.2014 – Fußballfans kennen das Datum 🙂 Nach dem Fußballspiel gab es einiges zu feiern, und der Abend bzw. die Nacht wurde lang…

Noch ein paar Worte zu meinen musikalischen Beiträgen auf dem Festival: Neben der Hauptbühne, die (ausser am 13.7.) abends bespielt wurde, gab es noch Nachmittags eine kleine Bühne, die in der Hängemattenhotel-Lichtung aufgebaut war.

Bühne beim Hängemattenhotel
Bühne beim Hängemattenhotel

Moderator der „kleinen Bühne“ war der in der Szene bekannte Norman Schuh (u.a. durch seinen Song „Nahverkehr“), der die Darbietungen mitgeschnitten hat und in seiner Radio-Sendung „Radio Zapato“ spielen wird. Am Samstag war der Künstler-Andrang hier relativ groß, aber ich habe mir einen Zeitschlitz erkämpft und „Fallrückziehertor“ sowie „Ein hoch aufs Pils“ gespielt. Norman konnte sich sogar noch an mich erinnern (Erfurter Liedermacherfestival vermutlich) und verlangte, daß ich „Mich juckts am Beidl“ spiele, hatte ich aber schon ewig nicht mehr gespielt und so musste ich passen. Das nächste mal wieder!

Abends auf der großen Bühne war der Andrang um ein vielfaches größer. Es war auch mehr los.

Publikum bei der Hauptbühne abends

Natürlich hatten die angemeldeten Künstler Vorrang, die nicht-angemeldeten (wie ich) stellten sich quasi an der Liedermacher-Schlange an. Die Wartezeit war seehr lang, aber es hat sich gelohnt. Tolle Bühne, super Publikum, die sogar beim Nasenhaarschneider-Song mitgesungen haben. Ich hab zwar vom Liedermacher-Niedermacher auch mein Fett wegbekommen (z.B. mein Bierbauch wurde erwähnt :-), aber das tat meiner guten Stimmung kein Abbruch.

Fazit: ich bin -wenn nix ernsthaftes dazwischenkommt- nächstes Jahr wieder dabei und freue mich schon drauf! Ein fettes Dankeschön an die Organisatoren!

Hier noch ein paar Links:
Offizielle Webseite des Festivals
Bilder von Anja („rattenscharfe Photos“)

sowie auf meiner Facebookseite – hier gibt es auch ein paar weitere Bilder zu sehen.

 

 

LiedermachINGolstadt – Singer/Songwriter Abend im KiK (Ingolstadt) am 23.8.

Unter dem Motto „LiedermachINGolstadt“ findet am 23.8.2014 im KiK (Kunst-Werk im Klenzepark) ein Singer/Songwriter Abend statt. Es präsentieren sich drei unterschiedliche Liedermaching-Acts:

Der 22-jährige Straubinger Musiker Michael Wüllner formt aus der bayerischen Sprache ganz Unterschiedliches. Aus eigener Feder singt der junge Liedermacher über lustige aber auch ernste Themen, die er mit Gitarre und Mundharmonika begleitet.
Mit seinem ersten Programm hat er vor, es allen Mundartfreunden und Liebhabern der handgemachten Musik zu präsentieren.

Bild von Michael Wüllner
Michael Wüllner

Stevie Maine Band (Gießen) „Spannungsgeladener, treibender Gitarrensound, gepaart mit lyrischen Texten zwischen Aufbruchstimmung und Endzeitromantik!“ – Die größten Smash Hits von Stevie Maine, erweitert um Bongos/Cajon (Steffen Kollmann) und bluesige Westerngitarre (Felix Kästner).

Stevie Maine
Stevie Maine und Steffen Kollmann

Das Ingolstädter Acoustic-Pop-Duo Nanango besteht aus der Sängerin Corina Loib und dem Songschreiber Jochen Hirschinger (Gitarre, Gesang). Nanango steht für handgemachte Gitarrenmusik mit zweistimmigem Gesang. Sie sind die Lokalmatadore des Abends und bieten eine bunte Mischung aus bayrischen und englischen Songs. Das Duo hat in der Region bereits bei verschiedenen Veranstaltungen gespielt, zum Beispiel beim Ingolstädter Bürgerfest oder beim Hofgartenfest in Neuburg.

nanango-bwLocation:
Kunst-Werk im Klenzepark
Donaulände 5
85051 Ingolstadt
http://www.kunst-werk-ingolstadt.de
Weitere Informationen über die Künstler:
http://www.michael-wüllner.de
http://facebook.com/steviemainecrashpilot
http://www.nanango.de

Hier der Link zur Facebookveranstaltung:

https://www.facebook.com/events/704399039597141/

 

Liedermaching Festival Erfurt 2011 – Kurzberícht

Alljährlich am zweiten Januarwochenende findet das Erfurter Liedermacherfestival statt und erfreut sich stetiger Beliebtheit.
So war auch dieses Jahr die Hütte voll und die Stimmung super.
Freitags ist der Newcomerabend für ausgewählte Nachwuchstalente, Samstag der Hauptabend mit (in der Liedermacherszene) bekannten Acts und Sonntagabend die offene Bühne.

Initiiert wird dieses Festival von dem Musiker und Comedian Vicki Vomit, der in Erfurt bekannt ist wie ein bunter Hund und bei einem Gildo Horn Ähnlichkeitswettbewerb vielleicht sogar Chancen hätte 😉
Leider spielter er nicht selber, aber er sorgte für einen reibungslosen Ablauf und stand auch selbst hinter dem Mischpult.

Als Moderator des Abends wurde Rüdiger Bierhorst auserkoren (für Unwissende: er ist einer der „Monsters of Liedermaching“), was sich als eine sehr gute Wahl herausstellte. Rüdi kündigte die auftretenden Künstler originell an und griff zu meiner Freude auch noch selbst zur Gitarre, um den ein oder anderen Song zum besten zu geben.

Den Abend eröffnete Bruno Kolterer, der bereits zum Inventar des Festivals gehört und auch schon mal Moderator war. Der wohl bestangezogenste Mann des Abends brillierte mit viel Humor, eingängigen Melodien und einer kabarett-artigen Performance.
Als Zugabe spielte er dann „Du siehst heut scheisse aus“, einer meiner persönlichen Lieblingssongs des Abends.

Kriss Cologne ist nicht nur der Ex-Show-Azubi des Liedermacher-Urgesteins Götz Widmann, sondern macht selbst auch noch feine Musik. Sein Stil kann man als Hip-Hop-Liedermaching bezeichnen, die Texte handeln meist um Beziehungskisten. Mit seinem außergewöhnlichem Stil und seiner sympathischen Art sorgte er für gute Unterhaltung.

Als nächstes kam das Duo Simon und Jan an die Reihe, die IMHO den besten Sound an diesem Abend hatten. Die beiden lieferten einen perfekten zweistimmigen Gesang und es blitzten sogar virtuose Gitarren-Momente auf. Der trockene norddeutsche Humor sorgte zudem für die Reizung meiner Lachmuskeln. Da ich das Duo noch nicht kannte, für mich ein unerwartetes Highlight.

Auch Frauenpower durfte auf dem Festival nicht fehlen, und das war gut so. Janina ist quasi die Pink des Liedermachings (ich weiß nicht, ob sie diesen Vergleich mag) und überzeugte nicht nur mit Ihrer Optik, sondern auch mit Ihrer Hammerstimme und authentischen Texten. Spätestens an ihr merkte man, daß es im Backstagebereich lustig zugegangen sein muss, und auch Moderator Rüdi wirkte mehr und mehr ausgelassener.

Als krönender Abschluss kam dann der Flotte Totte, für alle Unwissenden: auch er ist ein Mitglied der „Monsters of Liedermaching“. Er schaffte es, auch noch nach den durchweg starken Acts und zu fortgeschrittener Stunde (inzwischen war es ca. 1 Uhr nachts) das Publikum noch mitzureißen und zum Mitmachen zu animieren. Immer wieder ein Erlebnis. Hier ein paar Songs, die er gespielt hat, und die sprechen für sich:
Sabine & Horst (Teil 1+2), Zwerge, Türen, Walgesänge,…

Insgesamt gäbe es noch viel über den Abend zu schreiben, aber dies würde den Rahmen des Blogeintrags sprengen.

Am nächsten Tag war dann die offene Bühne, auf der neben dem Liedermacherduo „Kalter Kaffee“, Brono Kolterer auch meine Wenigkeit ein paar Songs spielen durfte (siehe z.B. hier)